Strange Confessions

Überraschende Eingeständnisse


I have a strange confession to make. I often don’t tune in with nature. I choose to watch Netflix instead. I never watch nature documentaries though. Often I am reluctant to leave this concrete bubble of a city and go to the forest, although offers from friends come often and are welcome. The thought of seeing a whale or a dolphin in real life makes me shudder. I rather stay at home, clean up the apartment and take care of the laundry and my plants, while others are out in the green over the weekend.

It took me a while to understand what was going on. I’m known as the “green girl”, the nature advocate who is constantly annoying her friends and family with pleads for the natural world, reminders that animals and plants have feelings too, that we are part of a larger web and that we need to change our ways (aka all the things no-one wants to hear after their long and hard work week). And yet here I am, locked up in my four walls, shutting the miracles of the natural world out.

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The simple reason for this is: I cannot take it. I know that if I saw a whale in real life, I’d be as taken by the miracle of its existence, as I would be horrified that I’m part of the species who is about to destroy it. I know that I’d be so touched, so amazed, so enchanted and in awe of a creature or a place, it would gush over me like a wave. (I can hardly handle the beauty of the wild flowers who push through the cracks in the concrete in front of our house …) And the feeling of losing all of this, of making it suffer on the way to destruction comes over me in a second wave, right after the first one. It’s too much. So much magic, so much perfection, so much at stake. I rather shut it out.

I stay in my apartment. I clean up, because this is what I can control. I take care of my plants, nobody will hurt them. The animals and plants out there … how do I know that they are safe from harm? That there’s no human garbage poisoning their water, no vehicle running over their young, no “economic development” dumping wet tar on their  habitat? I can’t, that’s why I rather not connect with it all.

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While this is an observation I wanted to keep to myself at first, I now think that this is something that needs to be said out loud. Why? Because I’m beginning to think that a good percentage of people are the same. We as a group are not the blind, insensitive, selfish nature abusers, that don’t give a sh** about what is happening to our earth.

It might be more like: Nature is so incredibly beautiful and what’s happening is so beyond horrible, we cannot go there. In order to stay alive and keep on functioning within the system, we need to shut this suffering out … but we also need to shut the beauty and the magic out. We’re killing the sacred every day, how could we possibly deal with ourselves, if we really tuned in? People are sensitive and receptive creatures, not senseless monsters. It’s the trauma of the destruction of our planet that makes us numb. And this numbness in turn, allows us to maintain the destructive practises of a capitalist society – a vicious cycle in which we blindly dance ourselves into annihilation.

The antidote to this dead end of a situation, yet, is to tune back in –  with all the ugliness and desperation and hopelessness that comes with it. But we’ll also be showered with all the beauty and nourishment of the natural world, the generosity of trees, the innocence of flowers. And the biggest gift we can receive from our re-connection, is the ability to reclaim the simplicity and perfection of living cycles in which death is magically ok. It might make us fight less against the fact that our own existence here is finite – and therefore we can stop consuming and building and growing and digging and pumping and burning like maniacs. Instead, we’ll just slip back into our place on this earth with ease.

Patricia, go outside!

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(German version)

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Überraschende Geständnisse

Ich muss ein eigenartiges Geständis machen: Ich gehe nicht oft in die Natur. Häufiger bin ich physisch auf dem Sofa und im Geiste in einer Netflix-Serie zu finden – niemals sind übrigens Natur-Dokumentationen dabei. Es ist schwierig für mich, die Betonblase der Stadt zu verlassen und einen Wald zu besuchen, obwohl Einladungen von Freunden immer sehr willkommen sind. Der Gedanke einen Wal oder einen Delfin zu sehen, stresst mich. Lieber bleibe ich zu Hause, räume die Wohnung auf und kümmere mich um Wäsche und Pflanzen, während die anderen ihr Wochenende in der “Wildnis” verbringen.

Ich habe einige Zeit gebraucht um zu verstehen, was los it. Bei Familie und Freunden bin ich als “die grüne Patricia” bekannt: Ich spreche mich stets für die Natur aus, erinnere oft und unerwünscht an die Tatsache, dass Tiere und Pflanzen Gefühle haben und dass wir Teil eines größeren Ganzen sind, für das wir endlich unsere Kultur und unser Verhalten ändern müssen.

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Und doch findest du mich meist innerhalb meiner vier Wände, die wunderbare Natur ist ausgesperrt.

Die einfache Antwort ist: Ich halte es nicht aus. Würde ich tatsächlich einen Wal mit eigenen Augen sehen, würden Wunder und Erstaunen mich wie eine Welle packen und davontragen. Diese Ergriffenheit über einen schönen Ort in der Natur überwältigt mich, und die zweite Welle folgt sofort: Angst, Sorge, Verzweiflung über die Tatsache, dass wir im Begriff sind, all das zu verlieren. Dass wir die Zerstörer sind. Dass wir uns nicht und nicht ändern können, obwohl doch alle Antworten da sind. Soviel Wunder, soviel Schönheit, soviel Traurigkeit – lieber sperre ich sie alle aus.

Ich bleibe zu Hause. Ich mache Ordnung, denn soviel kann ich kontrollieren. Ich kümmere mich um meine Pflanzen, niemand kann ihnen weh tun. Wie schaut es aus mit den Tieren, Pflanzen, Bäumen da draußen? Wie kann ich sicher sein, dass kein Mensch ihr Wasser vergiftet, kein Auto ihren Nachwuchs plattfährt, kein Bauprojekt nassen Beton auf ihr Zuhause schüttet. Kann ich nicht, deshalb gehe ich erst gar keine Verbindung ein.

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Diese Beobachtung wollte ich zunächst auf keinen Fall teilen. Aber dann habe ich mir gedacht: Das muss ausgesprochen werden. Warum? Weil ich mir vorstellen kann, dass es anderen genauso geht. Dass wir nicht die blinden, abgestumpften, selbstsüchtigen Natur-Zerstörer sind, die es nicht kümmert, was mit unserer Erde passiert.

Vielleicht sieht es eher so aus: Was mit unserem Planeten geschieht, ist so unfassbar furchtbar, dass wir uns nicht mehr einfühlen können. Damit wir am Leben bleiben, damit wir Tag für Tag unsere Arbeit verrichten können, müssen wir die Schrecken, die der schönen, magischen Erde zugefügt werden, ausblenden. Wir kappen die natürliche Verbindung. Ihre Schönheit und Magie haben da aber auch keinen Platz mehr, denn wer in Verbindung ist, der lässt so etwas nicht zu. Wir schlachten das Einhorn und sehen weg. Wir Menschen sind empathische Kreaturen und keine unsensiblen Monster, und die Gräuel der menschlichen “Entwicklung” machen uns abgestumpft und isoliert unter dem Vorwand, dass alles normal wäre und wir in einer individualistischen Gesellschaft leben, in der jeder auf sich selber schaut. “Ich bin’s mir wert” eine weitere Plastikflasche gefüllt mit an Tieren getesteten Erdölprodukten zu kaufen. “Gönn dir was” mit Schokolade von Sklavenplantagen und dem Steak aus Massentierhaltung … Wir sind abgetrennt und taub. Wie sonst könnten wir als sensible Wesen solche Abscheulichkeiten, die noch nicht einmal Grundbedürfnissen entsprechen, unterstützen?

Das einzige Gegenmittel jedoch ist das Einklingen, das Teilnehmen. Die Schönheit und Güte der Natur, die Großzügigkeit der Bäume, die Unschuld der Blumen sind ein Geschenk, das wir nicht zurückweisen sollten, wenn wir Menschen sein wollen. Das Einfühlen in all die Hässlichkeit und Verzweiflung der Gegenwart ist Teil davon. Und wenn wir unseren Platz einnehmen im Kreislauf der Natur, in der der Tod magischerweise akzeptiert ist, können wir vielleicht aufhören, wie Besessene zu bauen, zu graben, zu wachsen und zu konsumieren. Wer versteht, dass wir Teil des Ganzen sind und die Tatsache, dass unsere Existenz endlich ist, annehmen kann, der gleitet entspannt an seinen Platz im Kreis des Lebens zurück.

Geh nach draußen, Patricia!

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